Bündnis der Bürgerinitiativen empört über Schultes Ausführungen zur Lärmgewöhnung
Wiesbaden, 7. September 2012. Mit Empörung weist das Bündnis der Bürgerinitiativen die Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden der Fraport AG, Stefan Schulte, zum Thema Lärm und Gewöhnung zurück. Schulte hatte anlässlich einer Einladung des Bistums Mainz im Erbacher Hof vor Wirtschaftsvertretern zum Thema Luftverkehr und Fluglärm gesprochen. Dabei brachte er seine Position, wonach die von Fluglärm betroffenen Menschen nicht objektiv, also messbar, sondern in erster Linie subjektiv unter dem Lärm litten, mit den Worten auf den Punkt: „60 bis 70 Prozent des Fluglärms sind psychische Wahrnehmung, 30 bis 40 Prozent das objektiv Messbare“.
„Unser Protest wirkt“, so Ingrid Kopp, Sprecherin des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm. „Anders kann ich mir eine solche Entgleisung nicht erklären. Offensichtlich weiß Herr Schulte sich nicht mehr anders zu helfen, als die Flughafenausbaugegner zu denunzieren, indem er ihnen vorwirft, sie litten unter einer Einbildung“.
„Wir können Herrn Schulte und der gesamten Lobby der Ausbaubefürworter versichern, dass wir sehr genau wissen, worunter wir leiden: wir leiden unter der Fehlplanung Nordwestlandebahn“, sagt Kopp. Statt in Sachen der Wahrnehmungspsychologie eigennützig zu dilettieren, solle Schulte sich eher fragen, warum die Nordwestlandebahn bisher jedem Probleme gebracht habe und wie sich ein solcher Bau rechtfertigen könne. „Denn ganz offensichtlich leiden nicht nur die betroffenen Bürger, sondern auch die Airlines, die Fraport selbst und ganz besonders die völlig überlastete Flugsicherung unter der neuen Landebahn“, so Kopp weiter.
Auf diesen Artikel bezieht sich die Pressemitteilung:
Fraport-Chef Schulte äußert Verständnis für Fluglärm-Betroffenheit in Mainz - "Das ist sehr laut"
http://www.allgemeine-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/meldungen/12391371.htm