Rede von Carola Gottas am 23. April 2012

Die Fraport, unser großer  Nachbar im Rhein Main

Wusstet ihr, dass die Fraport ein Nachhaltigkeitsprinzip hat?

Nein?

Es lautet folgendermaßen, ich zitiere:

 

„..Nachhaltigkeitsprinzip hat Vorrang.

Dazu gehört, dass das Unternehmen sein

Tun am Nachhaltigkeitsprinzip orientiert,

sprich: dass kein Raubbau an den

Ressourcen nachfolgender Generationen

geübt wird. Im Hier und Heute bedeutet

das, sich für die Menschen und die Natur

aktiv einzusetzen,“ O-Ton Fraport. 

 

Was bedeutet das für uns?

 

Ich würde sagen: Fehlgeschlagen!

Ziel verfehlt! Falls das überhaupt jemals ein ernsthaftes Anliegen von Fraport war.

 

Ich leide seit Oktober, wie ihr alle auch, an Schlafmangel, Stress, Lärm, Gereiztheit und Angst.

Angst um meine Gesundheit, um die meiner Kinder  und um den Verlust unserer Heimat.

Aber auch die Sorge, in einer Gesellschaft zu leben, in der Profit alles bedeutet und sogar über der Gesundheit der Bevölkerung steht.

Ich habe Angst, dass man jetzt in unserem Land  mit Lobbyismus weiter kommt als mit Fakten.

 

Das darf nicht sein und deswegen will ich mich nicht unterkriegen lassen!

Ich kämpfe weiter, wir alle sollten weiterkämpfen, mit allen Mitteln, die wir haben,

auf allen Ebenen, an allen Fronten!

 

Wir haben gemeinsam einen Teilerfolg in Leipzig errungen!

Unser Motto lautet nun „Jetzt erst recht“ und allmählich hört man es überall.

 

Vielleicht kann ich euch deswegen von einem weiteren Erfolg berichten: Ich habe es nun schwarz auf weiß, dass Fluglärm und Feinstaub krank machen!

Die Krankenkassen geben zu, dass die Menschen in den Einflugschneisen krank werden und medizinische Hilfe brauchen.

 

Ich habe vor Wochen eine Kur beantragt und sie wurde mit folgenden Worten abgelehnt:

"Ihre Belastung durch den Fluglärm ist nachvollziehbar, dies kann aber nicht der Solidargemeinschaft angelastet werden."

Zitat Ende.

 

 

Vielleicht hätte ich aufgegeben, wenn dieser Satz nicht gewesen wäre, denn er sagt ja aus, dass wir hier allein die Zeche für alle zahlen sollen Das konnte ich natürlich nicht hinnehmen, also habe ich Widerspruch eingelegt und geantwortet:

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerspreche ich Ihrem ablehnenden Bescheid..."

Laut den Politikern sind wir Flörsheimer die "Sonderopfer der Nation".

Deshalb ist es für mich nicht nachvollziehbar, wieso die Solidargemeinschaft nicht für damit einhergehende Erkrankungen aufkommt.

Laut Professor  Dr. Münzel von der Universitätsklinik Mainz müsste die neue Landebahn aus gesundheitlicher Sicht sofort geschlossen werden.

 

Der Verein für Flörsheim hat erste Daten zur Feinstaubbelastung veröffentlicht. Hieraus geht ganz deutlich hervor, dass die festgelegten Obergrenzen mit Spitzenwerten mit bis zu 109mykro Gramm überschritten werden. Lungenerkrankungen und Tumore sind zu befürchten.

 

Als Mutter von 2 Kindern habe ich außerdem die Befürchtung, dass meine Kinder Lernschwächen und Konzentrationsstörungen entwickeln, wie es schon in Studien belegt wurde.

 

Aus diesem Grund bitte ich um eine erneute Begutachtung und Genehmigung meines Kurantrages.

 

Mit freundlichen Grüßen"

 

Kaum zu glauben, aber  4 Tage später wurde meine Kur bewilligt!

 

Eine teure Kur die nötig wurde wegen der Belastungen von 6 Monaten Fluglärm!

Wie schlecht es uns allen jetzt schon geht, wissen wir.  Dass das langfristig massiv unsere Gesundheit schädigen wird, ist uns als Betroffenen längst klar.

Aber man muss auch  kein Mathematiker sein, um auch mal zu überschlagen, was für ein Kostenberg auf uns als Solidargemeinschaft zukommt, wenn die Bahn nicht geschlossen wird!

 

In welchem Verhältnis steht der Profit von Fraport zu den entstehenden Gesundheitskosten in der Bevölkerung?

Wie hoch ist der Wohlstandswert eines Flughafenausbaus wirklich?

 

Dass mit den Zahlen getrickst wird, wissen wir. Dass die Lohnquote der Flugbranche im Gesamtbild viel weniger Bedeutung hat, als die Verantwortlichen zugeben, ist auch  schon lange kein Geheimnis mehr.

Aber kann der Wert dieses wuchernden Wachstums überhaupt hoch genug sein, um die Unsummen an zu erwartenden Mehrkosten im Gesundheitswesen und das Leid der Bevölkerung zu rechtfertigen?

 

Wir sagen: Das ist es nicht wert.

 

 Die Bahn muss weg! Jetzt erst recht

 

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Aus dem Greenpeace Magazin Ausgabe 4.12

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